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Bürgerstiftung

 

Doch wer oder was ist die Bürgerstiftung Wasserburg?!Gerhard-Loser0424

„Herr Gerhard Loser, Sie sind der Vorsitzende der Bürgerstiftung Wasserburg, was war der Beweggrund, dass Sie einer der Gründungsstifter der Bürgerstiftung Wasserburg wurden?“

„ Wer in der Welt etwas bewegen will, muß zuerst sich selbst bewegen. Der Staat und die Kommunen alleine sind nicht in der Lage, sich aller Probleme in der Gesellschaft anzunehmen, Lösungen zu entwickeln und diese zu finanzieren. Die Gesellschaft muss dieser Situation aber nicht hilflos gegenüberstehen, wenn Bürger bereit sind, selbst Hand anzulegen und zur Lösung der Probleme beizutragen. Bei der Gründung waren wir die kleinste Gemeinde, in der eine Bürgerstiftung beheimatet ist. Dazu passt auch unser Motto: Kleine Taten, die man ausführt, sind besser als große Taten, die man plant – George C. Marshall.

„Herr Loser, das hört sich einfach an, aber was benötigt man, um überhaupt eine Stiftung gründen zu können?“

„Man braucht ein Stiftungsgründungskapital von mindestens 50.000 €, eine Satzung und Mitstreiter, die sich ehrenamtlich für andere Mitbürger einsetzen. Die Bürgerstiftung Wasserburg will ein Zeichen setzen und mit Bürgern und Unternehmen zusammen Mitverantwortung für die Gestaltung und die Förderung des Gemeinwesens übernehmen. Aus dieser Erkenntnis heraus haben 2004 -  11 Gründungsstifter die Bürgerstiftung Wasserburg (Bodensee) ins Leben gerufen, dazu gehören: Olga Beyse, Herbert Hund, die Petrusbrunnengemeinschaft Hattnau, Anton Schäfler, Stefan Schäfler, Marlene Schorer, Anton Schweiger, Julian Stohr, die Gemeinde Wasserburg (in Form des Vermächtnisses von Wolfram Geißler und ich, Gerhard LoseSchäflerr.“

„Herr Stefan Schäfler, Sie sind Stellvertretender Vorsitzender der Bürgerstiftung, wen oder was fördert die Bürgerstiftung Wasserburg?“

„Zuallererst wollen wir den Bürgersinn in der Gemeinde fördern. Wir streben das Entstehen eines „Wir-Gefühls“ an. Möglichst viele Mitbürger sollen zur Mitarbeit im Rahmen eines ehrenamtlichen Engagements bewegt werden. Damit aber eine Bürgerstiftung auch auf sehr vielen Gebieten tätig werden kann, muß die Satzung der Bürgerstiftung dementsprechend verfasst sein.“

„Herr Schäfler, was heißt das genau?“

„Die Satzung der Bürgerstiftung Wasserburg umfasst die Gebiete Bildung und Erziehung, Jugend- und Altenhilfe, Kultur, Kunst- und Denkmalpflege, Umwelt- und Naturschutz, Landschaftspflege, Traditionelles Brauchtum, Heimatpflege, Sport und Wohlfahrtswesen. Mit den Bürgern und Unternehmen zusammen wollen wir Ideen entwickeln und bestehende Projekte fördern. Dies soll geschehen durch Zusammenführen interessierter Mitstreiter, organisatorischer Hilfe oder finanzieller Unterstützung. Nicht zuletzt will die Bürgerstiftung, zum Wohle unserer Heimatgemeinde, zum Stiften anstiften!“

So hat die Bürgerstiftung Wasserburg zur Mitfinanzierung eines Ausfluges des Seniorenheimes Hege gesorgt. Sie unterstützt alljährlich die Wasserburger Skulpturenausstellung. Sie war beteiligt an der Dokumentation zur „Heimatpflege in Wasserburg 1978 – 2004“.  Die Renovierung des Bildstöckles in Hattnau wurde von der Bürgerstiftung mit übernommen. Das Kreuz im Pfarrhof wurde mitfinanziert, ebenso das „Hexenbuch“ des Museumsvereins, der Biker-Parcours und das Piratenschiff im Kindergarten. Geförderte Projekte waren auch das Bürgerschießen des SV Hege e.V., die Moderationswand in der Grundschule, die Rotbuche im Nordfriedhof, der Mittelaltermarkt, die Buddy-Bären-Parade und diverse mildtätige Unterstützungen aus sozialen Aspekten.Stohr

Herr Roland Stohr, Sie sind der Vorsitzende des Stiftungsrates, wie können interessierte Bürger die Bürgerstiftung Wasserburg unterstützen?

„Durch Mitarbeit bei den Projekten oder in den Gremien der Stiftung. Durch Spenden erhält die Stiftung sofort verfügbares Geld für den laufenden Haushalt und aktuelle Projekte.“

„Herr Stohr, aber wo ist da der Unterschied zu anderen humanitären Organisationen?“

„Es können Zustiftungen getätigt werden. Durch diese Zustiftungen wird das Stiftungskapital gestärkt und der Stifter kann den Verwendungszweck im Rahmen der Satzung, die Herr Schäfler genannt hat, bestimmen. Anders ausgedrückt, je mehr Stiftungskapital zur Verfügung steht, um so mehr Möglichkeiten hat eine Stiftung, aktiv zu werden. Denn das Stiftungskapital selbst darf nicht angegriffen werden. Die Stiftungen arbeiten in erster Linie mit Ausschüttungen aus den Zinsen, die das Stiftungskapital erzielt. So hat der Bundesverband Deutscher Stiftungen der Wasserburger Bürgerstiftung das Gütesiegel in Anerkennung der qualifizierten Arbeit verliehen.“

„Herr Loser, das bedeutet, je mehr Stifter und je größer das Stiftungskapital ist, umso effektiver kann eine Bürgerstiftung agieren?“

„Richtig, mit jeder Zustiftung wird auf Dauer die Leistungsfähigkeit einer Bürgerstiftung gewährleistet. Der Mindestbetrag bei uns beträgt  € 1.000.  Durch einen Stiftungsfond, den der Stifter unter dem Dach der Bürgerstiftung für einen von ihm bestimmten gemeinnützigen Zweck einrichten und mit seinem Namen verbinden kann, wird zusätzlich die Transparenz einer Bürgerstiftung erhöht. Durch eine letztwillige Verfügung kann man ebenfalls das Stiftungskapital mehren und die Bürgerstiftung nachhaltig unterstützen. Darum ist es auch ein großes Ziel, dass die Bürgerstiftung Wasserburg baldmöglichst über ein Stiftungskapital von 100.000 € verfügen kann, für die wachsenden Aufgaben gerüstet zu sein.“Schorer

„Frau Schorer, müssen auch Bürgerstiftungen Rechenschaft über ihre Arbeit ablegen und wenn ja, bei  wem?“

„Eine sehr wichtige Frage. Der Vorstand, der für das operative Geschäft zuständig ist, wird durch den Stiftungsrat kontrolliert. Außerdem findet mindestens jährlich eine ausführliche Prüfung durch das Regierungspräsidium in Augsburg statt. Darüber hinaus hat das Finanzamt Kempten über die Gemeinnützigkeit zu befinden. Hier finden am Anfang jährliche Prüfungen statt. Bei positivem Verlauf wird diese Frist auf bis zu 3 Jahre verlängert.“

 

 

„Herr Schäfler, wie ist eine Bürgerstiftung aufgebaut?“

„Herr Gerhard Loser und ich bilden den Vorsitzenden beziehungsweise Stellvertretenden Vorsitzenden. Herr Stohr ist der Vorsitzende des Stiftungsrates, Herr Winkler ist stellvertretender Vorsitzender im Stiftungsrat, dazu kommen Frau  Zürn, Herr Hund und Herr Anton Schäfler als Stiftungsratsmitglieder und damit ebenso stimmberechtigt, wenn es um die Vergabe von Hilfen geht. Doch wie bereits angesprochen, sind Mitbürger immer herzlich willkommen, wenn es um ehrenamtliches Engagement in einer Bürgerstiftung geht.“

„Herr Stohr, wenn nun jemand Interesse an der Bürgerstiftung Wasserburg im Speziellen hat oder allgemeine Informationen über Bürgerstiftungen haben möchte, wohin kann er sich wenden?“

„Die Bürgerstiftung Wasserburg (Bodensee) hat ihren Sitz in Hattnau 34, 88142 Wasserburg. Telefonisch ist sie erreichbar über Telefon 08382/888410 oder 08382/888200, die Telefax Nr. ist 08382/89761.
 

Die Kontodaten lauten:
Bürgerstiftung Wasserburg
Südwestbank AG

IBAN: DE15 6009 0700 0625 0000 05 
BIC: SWBSDESS (


„Herzlichen Dank für das Interview – und viel Erfolg bei Ihren Vorhaben.“